Die Suche nach Soulslikes wie Elden Ring ist zu breit, solange nicht klar ist, welcher Teil von Elden Ring gemeint ist. Die offene Welt, Build-Vielfalt, Bosskämpfe, freie Erkundung, Kooperation und Dark-Fantasy-Atmosphäre kommen nur selten im gleichen Verhältnis zusammen. Eine gute Alternative sollte deshalb die Mechanik erhalten, die dir am wichtigsten ist.

Erst festlegen, was von Elden Ring bleiben soll
Elden Ring verbindet sehr viele Systeme: Third-Person-Nahkampf, Ausdauer, Waffen- und Magie-Builds, offene Erkundung, optionale Bosse, Dungeons und Online-Funktionen.
Eine sinnvolle Soulslike-Alternative kann sehr ähnlich kämpfen und trotzdem viel linearer sein – oder die offene Erkundung behalten, dafür aber ein völlig anderes Kampfsystem verwenden. Deshalb sollten Kampfstil, Weltstruktur, Checkpoints, Build-Tiefe, Bossgewicht und Multiplayer getrennt verglichen werden.
Dark Souls III: ähnlicher Kampf, deutlich kompakter
Wenn du Waffenvielfalt, Ausdauer, Bosse und FromSoftware-Kampf magst, aber keine riesige offene Welt brauchst, ist Dark Souls III eine naheliegende Alternative.
Die Progression ist konzentrierter. Gebiete und Bosse folgen schneller aufeinander, und der Spieler verbringt weniger Zeit mit langen Wegen durch offene Landschaften.
Dark Souls Remastered: die Herkunft vieler Systeme
Lordran ist keine moderne Open World, aber extrem stark vernetzt. Bonfires, Souls-Verlust, Ausdauer, Abkürzungen und verzweigte Wege zeigen direkt, aus welcher Designlinie viele Elden-Ring-Systeme stammen.
Wer Elden Ring wegen der Weltstruktur liebt, bekommt hier weniger Fläche, dafür mehr räumliche Verdichtung.
Nioh 3: mehr Systeme auf Spielerseite
Nioh 3 nutzt offenere Gebiete und kombiniert sie mit sehr viel Loot, Skills und mehreren Kampfstilen.
Für Spieler, die in Elden Ring ständig Waffen, Fähigkeiten und Builds wechseln, kann Nioh 3 sogar noch systemlastiger wirken. Wer dagegen möglichst wenig Itemmanagement möchte, sollte diese zusätzliche Komplexität berücksichtigen.
Lies of P: offene Welt entfernen, Bosslernen verdichten
Lies of P ersetzt die große Karte durch eine wesentlich linearere Struktur. Dadurch rücken Perfect Guard, Waffenaufbau und Bossmechaniken stärker in den Vordergrund.
Wenn dein Lieblingsaspekt in Elden Ring das Erlernen schwieriger Kämpfe war, kann diese Konzentration attraktiver sein als eine weitere große Open World.
Lords of the Fallen: Dark Fantasy und längerer Koop
Die düstere Welt und die Souls-Struktur erinnern an Elden Ring, während Axiom und Umbral die Erkundung anders aufbauen.
Zusätzlich ist Lords of the Fallen für Spieler interessant, die Kooperation länger am Stück nutzen möchten. Die Shared-Progression-Ansätze unterscheiden sich vom klassischen Beschwörungsmodell.
Mortal Shell II: freier, aber kompakter
Mortal Shell II kombiniert offenere Erkundung mit einer kleineren, dichteren Welt.
Das passt zu Spielern, die Entscheidungen über den nächsten Weg mögen, aber nicht erneut eine riesige Karte durchqueren möchten.
Remnant II: Funktion statt Optik behalten
Remnant II tauscht Schwertkampf gegen Third-Person-Shooting, behält aber Bosse, Builds, Koop und wiederholtes Lernen.
Das ist ein gutes Beispiel dafür, warum „ähnlich“ nicht automatisch „sieht gleich aus“ bedeutet. Wer vor allem Koop und Build-Experimentieren sucht, kann hier funktional näher an Elden Ring liegen als in einem optisch ähnlicheren Spiel.
Welche Alternative passt zu dir?
Für offene Erkundung sind Open-World- und Open-Field-Titel relevant. Für FromSoftware-Kampf eher Dark Souls III. Für präzise Defensive Lies of P, für Systemtiefe Nioh 3 und für längeren Koop Lords of the Fallen oder Remnant II.
Die beste Elden-Ring-Alternative ist damit nicht das Spiel, das die meisten oberflächlichen Elemente kopiert, sondern dasjenige, das genau deinen wichtigsten Spielgrund erhält.



