Bei einem Open-World-Soulslike ist nicht die reine Kartengröße entscheidend. Der eigentliche Unterschied entsteht, wenn ein schwieriger Boss nicht mehr zwingend den gesamten Fortschritt blockiert. Spieler können dann andere Regionen erkunden, Ausrüstung finden, Level aufbauen oder ihren Build verändern und später zurückkehren.

Open World und Open Field sind nicht identisch
Einige Spiele besitzen eine sehr große zusammenhängende Welt. Andere verwenden mehrere weitläufige offene Gebiete oder ein sogenanntes Open Field. Beides kann Freiheit schaffen, aber Reisewege, Dichte und Progressionsstruktur unterscheiden sich.
Deshalb ist es sinnvoller, die tatsächliche Weltstruktur zu betrachten als nur das Marketingwort „Open World“.
Elden Ring: Freiheit als Teil der Schwierigkeit
Elden Ring ist die wichtigste Referenz für ein Soulslike, bei dem Erkundung selbst ein Werkzeug gegen Frust wird. Wenn ein Boss zu schwer ist, gibt es häufig andere Höhlen, Regionen, Waffen, Zauber oder Upgrades zu entdecken.
Das hilft Spielern, die ungern an einem einzigen Hindernis festhängen. Wer dagegen eine klar vorgegebene Route bevorzugt, kann sich in der offenen Struktur leichter orientierungslos fühlen.
Nioh 3: größere Gebiete plus Systemtiefe
Nioh 3 öffnet seine Struktur stärker als frühere Serienteile, behält aber typische Team-NINJA-Schwerpunkte: viele Waffen, Ausrüstung, Fähigkeiten und mehrere Kampfstile.
Dadurch entsteht eine andere Art von Freiheit als in Elden Ring. Erkundung ist wichtig, aber ebenso die Optimierung des eigenen Charakters. Spieler, die gern Builds verfeinern, bekommen besonders viele Stellschrauben.
Mortal Shell II: offener, aber kompakter
Mortal Shell II setzt auf eine freiere Weltstruktur, ohne zwangsläufig dieselbe enorme Fläche wie Elden Ring anzustreben. Eine kompaktere offene Welt kann Wege verkürzen und Kämpfe dichter zusammenrücken.
Für manche Spieler ist das angenehmer als sehr lange Reiseabschnitte. Größe allein sagt wenig darüber aus, wie abwechslungsreich oder sinnvoll eine offene Welt genutzt wird.
Dark Souls ist anders offen
Das erste Dark Souls besitzt eine stark miteinander verbundene Welt mit überraschenden Abkürzungen und mehreren möglichen Wegen. Trotzdem entspricht diese Struktur nicht dem modernen Open-World-Modell von Elden Ring.
Die Freiheit entsteht stärker aus Verknüpfungen zwischen Zonen als aus einer großen Landschaft, in der man fast jederzeit eine andere Richtung wählen kann.
Ist Open World automatisch einsteigerfreundlicher?
Die Möglichkeit, einen Boss vorübergehend zu umgehen, kann den Einstieg erleichtern. Gleichzeitig erzeugt eine große Welt mehr Entscheidungen: Wohin gehen? Welche Region ist passend? Welche Upgrade-Materialien sind wichtig?
Wenn dein größtes Problem nicht der Kampf, sondern Orientierung ist, kann ein lineareres Spiel wie Lies of P leichter verständlich wirken.
Worauf sollte man bei offenen Soulslikes achten?
Wichtige Kriterien sind die Dichte sinnvoller Orte, Reisegeschwindigkeit, Anzahl wirklich unterschiedlicher Wege und die Frage, ob Exploration tatsächlich neue Lösungen eröffnet. Eine große Karte ohne relevante Alternativen bietet wenig spielerische Freiheit.
Elden Ring passt zu maximaler Erkundung, Nioh 3 zu offeneren Gebieten plus komplexen Builds und Mortal Shell II zu Spielern, die eine kompaktere offene Struktur bevorzugen.



