Ein 2D-Soulslike ist nicht einfach „Dark Souls von der Seite“. Durch die zweidimensionale Perspektive ändern sich Distanzgefühl, Bewegungsachsen, Kameraprobleme, Plattformpassagen und die Art, wie Gegnerangriffe lesbar werden. Viele Spiele kombinieren außerdem Soulslike-Ideen mit Metroidvania-Fortschritt oder anderen Genres.

Welche Kriterien sind bei 2D-Soulslikes wichtig?
Zuerst lohnt sich der Blick auf die Verteidigung: dominieren Ausweichen, Blocken oder Parieren? Danach folgen Checkpoint-Abstände, Kartenstruktur, freischaltbare Bewegungsfähigkeiten, Todesstrafe und die Frage, wie häufig Bosskämpfe den Fortschritt bestimmen.
Zwei Spiele können beide als Soulslike gelten und trotzdem völlig unterschiedliche Schleifen besitzen. Deshalb ist „2D“ nur der Ausgangspunkt, nicht die eigentliche Empfehlung.
Salt and Sanctuary: klassische Souls-Ideen in 2D
Salt and Sanctuary überträgt viele bekannte Elemente in eine Seitenansicht: Checkpoints, Ausrüstung, Charakterentwicklung, riskante Erkundung, Bosse und Abkürzungen.
Die fehlende 3D-Kamera macht die Orientierung in Kämpfen oft klarer, dafür werden Sprünge, vertikale Ebenen und präzises Plattforming wichtiger. Das Spiel eignet sich gut, um zu sehen, welche Souls-Systeme auch ohne dreidimensionale Welt funktionieren.
Nine Sols: Parieren als Kernmechanik
Nine Sols legt großen Wert auf Deflects und direkte Gegenangriffe. Wer an Sekiro besonders mochte, dass gute Defensive sofort in offensive Kontrolle übergeht, findet hier eine verwandte Lernlogik.
Trotzdem bleibt es ein eigenständiges 2D-Metroidvania. Die Karte, freischaltbare Wege und Bewegungsfähigkeiten spielen daher eine größere Rolle als in einem reinen Boss-Rush.
GRIME und Moonscars: Erkundung und Identität
Viele 2D-Soulslikes verbinden harte Kämpfe mit einer stark vernetzten Karte. GRIME und Moonscars stehen beispielhaft für Spiele, bei denen Atmosphäre, Erkundung und Charakterentwicklung genauso wichtig sein können wie einzelne Bosse.
Wer solche Spiele auswählt, sollte Freude daran haben, ältere Bereiche später erneut zu besuchen, wenn neue Fähigkeiten oder Bewegungsoptionen zusätzliche Wege öffnen.
2D bedeutet nicht automatisch leichter
Eine Seitenansicht kann die Position von Gegnern übersichtlicher machen, beschränkt aber gleichzeitig mögliche Ausweichrichtungen. Plattformpassagen können außerdem eine zusätzliche Fehlerquelle sein.
Wie zugänglich ein Spiel wirkt, hängt deshalb stärker von Checkpoint-Dichte, Heilung, Assist-Optionen und Wiederholungswegen ab als von der Perspektive selbst.
Metroidvania und Soulslike auseinanderhalten
Soulslike- und Metroidvania-Merkmale überschneiden sich häufig, sind aber nicht identisch. Metroidvania-Fortschritt basiert typischerweise stärker auf neuen Bewegungs- oder Zugangsfähigkeiten, während Soulslike-Fortschritt häufiger über Kampflernen, Checkpoints und Ressourcenrisiko definiert wird.
Ein Spiel kann beides gleichzeitig sein. Für die Kaufentscheidung solltest du überlegen, ob du vor allem Bosse meistern oder auch große Karten systematisch erschließen möchtest.
Welches 2D-Soulslike passt zu dir?
Salt and Sanctuary passt zu Spielern, die eine deutliche Souls-Struktur wollen. Nine Sols ist besonders interessant für Parry-Fans. GRIME und Moonscars sprechen stärker Spieler an, die anspruchsvollen Kampf mit Metroidvania-Erkundung verbinden möchten.
Wenn dir dagegen die Optik wichtiger ist als die Perspektive, sollte zusätzlich die Pixel-Art-Auswahl betrachtet werden. 2D und Pixel Art sind nicht dasselbe.


